DR. GOTTFRIED SCHUH

Gottfried Schuh wurde als zweites Kind einer Kleinbauernfamilie am 22. Juni 1944 in Klosterneuburg-Scheiblingstein geboren. Er besuchte die Volksschule in Wien-Dornbach und im Anschluss daran das Realgymnasium Wien-Geblergasse, wo er 1962 maturierte. Während seines Studiums der Publizistik, Wirtschaftsgeschichte und Psychologie an der Universität Wien verdiente er sich nebenbei seinen Unterhalt als Aushilfsgärtner, Versicherungs- und Zeitschriftenvertreter sowie bei diversen Medienunternehmen. Nach der Promotion zum Dr. phil. im Juni 1969 und Ableistung des Präsenzdienstes bei der Fliegerabwehr in Langenlebarn und der Landesverteidigungsakademie begann Gottfried Schuh 1970 seine berufliche Laufbahn beim Österreichischen Raiffeisenverband als Redakteur der Österreichischen Raiffeisenzeitung. 1971 wurde er als Assistent des Werbechefs in die Marketingabteilung der damaligen Genossenschaftlichen Zentralbank berufen und schon kurze Zeit später, 1977, bekam er die Prokura und die stellvertretende Leitung der Raiffeisenwerbung übertragen. Schließlich übernahm er im Jahr 1988 als Direktor die Geschäftsführung der Zentralen Raiffeisenwerbung, der er bis 1997 vorstand. Die Zunahme seiner beruflichen Aufgaben wie auch der Verpflichtungen als Bürgermeister in der Stadtgemeinde Klosterneuburg veranlassten ihn nach fast 27-jähriger Tätigkeit seinen Dienstvertrag in der Raiffeisen Zentralbank in einen Konsulentenvertrag umzuwandeln und sich ausschließlich seiner politischen Tätigkeit zu widmen. Im August 1974 ehelichte Gottfried Schuh Herta Merth, 1977 wurde ihnen die Tochter Daniela und 1979 die zweite Tochter Christiana geboren.
Gottfried Schuh zeigte schon in frühen Jahren großes Interesse für die Politik und engagierte sich bereits Mitte der sechziger Jahre in der jungen ÖVP Klosterneuburg. Zu seinen Förderern zählte der damalige Vizebürgermeister und Bezirksparteiobmann Dir. Hans Schwarz, der Gottfried Schuh auch als PR- und Werbereferenten der Klosterneuburger Volkspartei engagierte. 1970 kandidierte er erstmals fiir den Klosterneuburger Gemeinderat, doch erst fünf Jahre später gelang ihm der Einzug in das Stadtparlament. In der Funktionsperiode 1980-85 bekleidete er das Amt des Vizebürgermeisters und wurde 1985, nach dem Rücktritt von Karl Resperger, von der ÖVP als Kandidat für die Bürgermeisternachfolge nominiert. Ab 28. Juni 1985 war Gottfried Schuh Bürgermeister der Stadt Klosterneuburg und übte diese Funktion seit 1997 hauptamtlich aus. Den Amtsrekord seines Vorgängers Karl Resperger hat er im April 2004 übertroffen und war damit der längstamtierende Bürgermeister in der Geschichte unserer Stadt.
Sein politisches Engagement galt ausschließlich der Kommunalpolitik und er lehnte alle politischen Funktionen aber auch führende Parteifunktionen ab. Lediglich dem Hilfswerk Klosterneuburg stand er von 1983 bis 1998 als Obmann zur Verfügung und ab 2001, ebenfalls als Obmann, dem Wallfahrts- und Kulturverein Maria Gugging. Gottfried Schuh war seit 1968 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weidlingbach, dann als Löschmeister, und ab 1982 beim Rotary Club Klosterneuburg. Ab 2001 war er Mitglied der Geschäftsführung des Niederösterreichischen Gemeindevertreterverbandes, um die Interessen der Stadt nach außen besser vertreten zu können.


Einen Gesprächsrückblick am Ende seiner Amtszeit 2009 lesen Sie hier, und einen entsprechenden
Artikel im Amtsblatt 9/2009 Stadtgemeinde Klosterneuburg an dieser Stelle.



Quellen:
Klosterneuburg Geschichte und Kultur, Band 3 - 1954 bis 2004
Foto: Stadtarchiv Klosterneuburg, Fotosammlung
Amtsblatt 9/2009 Stadtgemeinde Klosterneuburg
Gestaltung: Dipl.-Ing. Heinz Köfinger