Hofrat VINZENZ GOLLER

* 9. März 1873 in St. Andrä bei Brixen, Südtirol; † 11. September 1953 in St. Michael im Lungau war Komponist und Kirchenmusiker.

Nach langer erfolgreicher Tätigkeit als Pädagoge auf diesem Gebiet im Stift Klosterneuburg trat er unter Bürgermeister Rudolf Kautek im Jahr 1933 in den Gemeinderat unserer Stadt ein.

Unter Bürgermeister Dr. Franz Eselböck wurde er 1934 Vizebürgermeister und schließlich 1936 Bürgermeister von Klosterneuburg. Im März 1938 durch die Nationalsozialisten seines Amtes enthoben verließ er die Stadt.

Zwei seiner Kinder schlossen sich der Widerstandsbewegung unter dem Chorherrn Roman Karl Scholz an. 1941 übersiedelte Goller mit seiner Familie nach St. Michael im Lungau. Fünf Jahr später starb seine Frau Maria, worauf er zu seinen Geschwistern nach Südtirol zog. Erst 1950 kehrte er wieder nach Klosterneuburg zurück.

1953 wurde Goller zum Ehrenmitglied der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien ernannt. Diese Auszeichnung konnte er aber nicht mehr entgegennehmen, da er noch vor der Verleihung an Lungenentzündung starb.

Seine Amtsperiode fiel in die Zeit des Ständestaates und war geprägt von der zunehmenden Verelendung der Unterschichten, Arbeitslosigkeit und großen Schwierigkeiten im heimischen Bauernstand, verursacht durch eine anhaltende allgemeine Wirschaftskrise.

So sind an kommunalen Leistungen aus dieser Zeit besonders die Errichtung der Rollfähre Korneuburg-Klosterneuburg sowie der Bau der Klosterneuburger Höhenstraße als Arbeitsbeschaffung erwähnenswert (und wurden auch vom damals herrschenden politischen System entsprechend propagandistisch ausgeschlachtet).






Quellen:
Klosterneuburg Geschichte und Kultur, Band 1 - Die Stadt
Gestaltung: Dipl.-Ing. Heinz Köfinger