Bedeutende Klosterneuburger
Leopold Knebelsberger
Komponist der Tiroler Landeshymne
(Zu Mantua in Banden...)

Leopold Knebelsberger wurde am 15. September 1814 in Klosterneuburg geboren und in der Pfarrkirche St. Martin getauft. Sein Vater war dort 65 Jahre lang als Mesner und Organist tätig. Seine Mutter war die Tochter des Dorfrrichters von Leobersdorf (Bezirk Baden bei Wien). Vom Vater erhielt Leopold den ersten Musikunterricht. Er erlernte sowohl Violin- als auch Orgelspiel und zusätzlich noch Hackbrett und Gitarre.

Seinen Lebensunterhalt verdiente sich er sich bis etwa 1843 durch die Erteilung von Musikunterricht und Auftritte in lokalen Gasthäusern. Knebelsberger verfügte über große Musikalität, Witz, Lebensfreude, Managementtalent und war ein guter Unterhalter. Es kam ihm dabei zu gute, dass er mehrere Instrumente beherrschte und ausserdem mit einer sehr guten Bass-Stimme ausgestattet war. Nachdem man seine ausgeprägte musikalische Begabung erkannt hatte, wurde der junge Knebelsberger in Wien durch den bekannten Biedermeier-Komponisten Conradin Kreutzer (1780 - 1849) in Komposition und Harmonielehre ausgebildet. Den Weg zwischen seiner Heimatstadt und Wien musste der junge Leopold zu Fuß bewältigen, denn die Musikstunde kostete immerhin 5 Gulden, was für die damalige Zeit eine stattliche Summe darstellte. Sein Violinspiel perfektionierte er im Unterricht bei Josef Mayseder, einem gefeierten Geigenvirtuosen seiner Zeit, der auch Quartettpartner von Kaiser Franz I. war. Ganz allgemein ist über Knebelsbergers Jugendjahre ziemlich wenig bekannt. Man weiß auch nicht, welchen Beruf er erlernte.

Um 1840 baute er eine Künstlergesellschaft aus vorwiegend Kärntner Sängerinnen und Sängern auf, mit denen er immer wieder auf Tournéen quer durch Europa ging. So kam er 1844 nach Dresden, wo er in einer Zeitung das Gedicht "Sandwirt Hofer" des deutschen Romantikdichters Julius Mosen (1803 - 1867) entdeckte. Über den Zeitpunkt der Vertonung dieses Gedichtes gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Quellenlage ist hier alles andere als eindeutig. Nach der gängigsten Version soll Leopold Knebelsberger die Melodie zu dem Text 1840 im Zillertaler Ort Hart komponiert haben, wo er sich aufhielt, um neue Sänger für seine Gruppe auszusuchen. Nach Vinzenz Goller, einem Musikpädagogen aus Brixen (demselben, der später in Klosterneuburg wirkte und hier auch Bürgermeister wurde) stammt die erste Ausfertigung des Liedes aus dem Jahr 1844. Sei dem wie es auch sei, das neue Lied erregte beim Publikum große Begeisterung. und er sang es auf allen seinen Tournéen. Es fand weite Verbreitung als Volkslied, als Marsch und schließlich sogar als Landeshymne.

Bei einem Aufenthalt in Lübeck lernte Knebelsberger die Sängerin Anna Hellmrich aus Preßnitz (Prisecnice) in Böhmen kennen und heiratete sie in ihrem Geburtsort am 31. Juli 1849. Das Ehepaar erwarb in Preßnitz ein Anwesen, wurde seßhaft und bekam zehn Kinder. Die beiden Eheleute waren allerdings hier selten anzutreffen. Knebelsberger gründete noch in seinem Hochzeitsjahr ein eigenes Gesangsensemble, die "Zillertaler", mit dem er durch Europa "tourte", wobei ihn seine Frau des öfteren begleitete.

1855 richtete Knebelsberger eine Konzert-Tournée so ein, dass ihn sein Weg auch nach Oldenburg führte, wo Julius Mosen inzwischen im Ruhestand lebte. Zur großen Freude des zwar gelähmten aber geistig völlig regen Dichters brachte Knebelsberger mit seiner Sängergruppe das von ihm vertonte Gedicht zum Vortrag. Damit entwickelte sich beinahe zwangsläufig eine enge Freundschaft zwischen dem Dichter und dem Komponisten.

Am 30.Oktober 1869 starb Leopold Knebelsberger während einer Konzertreise in Riga, der Hauptstadt des damals russischen Lettlands mit 55 Jahren durch Gehirnschlag. Sein Grab befindet sich wohl unterhalb der an der katholischen Rigaer Franziskanerkirche angebrachten Gedenktafel. Zwei Jahre später starb auch seine Gattin im Alter von erst 42 Jahren. Sie hinterließen sieben Kinder als Waisen. Seine Söhne wurden Handwerker, seine Töchter und Enkelkinder aber waren wie der Komponist selbst sehr musikalisch und traten überall in der Welt auf.

1964 wurde in Klosterneuburg an einem Eingangstor zur Martinskirche ein Denkmal für den Komponisten enthüllt: Es zeigt einen eisernen Tiroler Adler auf einem Stein. Als Symbol der Trennung Tirols ist der Stein zwischen den Adlerfängen gespalten. Bei der Enthüllungsfeier waren zahlreiche Nachkommen der Familie Knebelberger sowie auch verschiedene Trachtengruppen anwesend. Den Ehrenschutz dieser Veranstaltung hatten die zu dieser Zeit sehr bekannten und auch allgemein geschätzten österreichischen und Südtiroler Politiker Eduard Wallnöfer, Silvius Magnano und Leopold Figl übernommen..
Die Tiroler Landeshymne

Am 2. Juni 1948 verabschiedete der Tiroler Landtag das folgendes Gesetz:

Der Landtag hat beschlossen:

  1. Das Andreas-Hofer-Lied nach den Worten von Julius Mosen und nach der Weise von Leopold Knebelsberger gilt als Tiroler Landeshymne.

  2. Text und Melodie des Andreas-Hofer-Liedes bilden ein untrennbares Ganzes. Es ist daher verboten, seinen Text nach einer anderen Melodie und zu seiner Melodie einen anderen Text zu singen. Dieses Verbot gilt auch für Texte und Melodien, die dem Andreas-Hofer-Lied ähnlich sind und nur unwesentlich davon abweichen.

  3. Das Andreas-Hofer-Lied darf nur bei Veranstaltungen und Feiern gesungen und gespielt werden, die seiner Würde als Landeshymne entsprechen.

  4. Übertretungen der Bestimmungen dieses Gesetzes werden von der Bezirksverwaltungsbehörde (Bundespolizeibehörde) mit Geld bis 1000 Schilling oder mit Arrest bis vier Wochen bestraft.




Quellen:
http://de.wikipedia.org
http://www.andreas-hofer-oberbilk.de
http://www.andrea-hofer-bund.de
http://www.westwind.or.at (Kranebitten)
Denkmal-Fotos: Dipl.-Ing. Heinz Köfinger
Gestaltung: Heinz Köfinger